Point-Alpha-Akademie nimmt erfolgreich Bildungsarbeit auf!
Am Samstag, den 24.09.2011, nahm ich zusammen mit dem früheren thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus als Stiftungsrat-Mitglied und Redner an der Eröffnungsveranstaltung der neugegründeten Point-Alpha-Akademie in Geisa teil, Thema war „Deutschland 2030 – Zukunft bewusst gestalten“. Vor allem junge Leute aus Hessen und Thüringen waren engagierte Teilnehmer dieser Veranstaltung. Mit der nun geschaffenen Point-Alpha-Akademie vervollständigen sich der Auftrag und das Ziel des Erinnerungsortes Point-Alpha als „Mahn-, Gedenk- und Bildungsstätte“.
Point-Alpha war im – glücklicherweise – überwundenen Kalten Krieg einer der neuralgischen Punkte, an dem sich die beiden Militärblöcke NATO und Warschauer Pakt unmittelbar gegenüberstanden. Wäre aus dem Kalten ein heißer Krieg geworden, hätten die Truppen des Warschauer Paktes an dieser Stelle den Versuch unternommen, durchzubrechen und möglichst schnell in das Rhein-Main-Gebiet und das Rheinland vorzustoßen. „Fulda-Gap“ war ein feststehender Begriff bei den strategischen Verteidigungsüberlegungen der NATO! Dass die militärische Funktion und Notwendigkeit des Beobachtungspunktes Point-Alpha keine Rolle mehr spielt, ist eine glückliche Wendung der Geschichte.
Aufgrund des großen Einsatzes Einzelner, stellvertretend für alle möchte ich Berthold Dücker nennen, gelang es, das ehemals militärische Gelände einer zivilen Nutzung zuzuführen. Was uns heute selbstverständlich und logisch erscheint, sollte nach dem Willen der damals rot-grünen Landesregierung unter Hans Eichel „renaturiert“, sprich abgerissen werden. Erst nach dem Regierungswechsel 1999 in Wiesbaden nahm sich der neue Ministerpräsident Roland Koch des Projektes an und schuf zusammen mit Ministerpräsident Dieter Althaus, den Ländern Hessen und Thüringen, den Landkreisen Fulda und Wartburgkreis sowie den beiden Nachbarkommunen Rasdorf und Geisa die Point-Alpha-Stiftung als Trägerin des Erinnerungsortes Point-Alpha.
Dass nach vierzig Jahren die Teilung Deutschlands und die zweite Diktatur auf deutschem Boden friedlich überwunden wurden, war und ist ein großer Segen für uns. Dennoch dürfen wir nicht den Schrecken eines totalitären Regimes relativieren und vergessen! Bereits die letzten beiden Abiturjahrgänge sind nach dem Ende des Kalten Krieges geboren worden und kennen diese Zeit nur aus Erzählung und Büchern. Mit der Mahnstätte wollen wir an die rote Diktatur jenseits der früheren Zonengrenze erinnern.
Im „Haus an der Grenze“, vom Land Thüringen gefördert, werden das unmenschliche Grenzregime der DDR und das Leben der Bevölkerung an und mit der Grenze dokumentiert. Hier werden der Schrecken und die Menschenverachtung der DDR erkennbar! Das Mahnmal und Kunstwerk „Wege der Hoffnung“ würdigt die Ereignisse der Friedlichen Revolution und der gesamteuropäischen Freiheitsbewegung.
Insbesondere wird auch der Opfer gedacht: Point-Alpha ist ebenfalls eine Gedenkstätte für die Menschen, die beim Versuch die Grenzanlage zu überwinden, um in Freiheit leben zu können, verletzt oder gar getötet wurden.
Mit der nun eröffneten Akademie im frisch renovierten Stadtschloss in Geisa erfüllt sich der Bildungsauftrag der Stiftung, Point-Alpha nicht nur als Erinnerungs- sondern auch als Lernort zu erschließen. Ziel ist, in einem breitgefächerten Bildungsprogramm aus der Vergangenheit Lehren für die Zukunft zu ziehen. Zu den thematischen Schwerpunkten gehören die Aufarbeitung der DDR-Diktatur, der Kalte Krieg, der Beitrag der US-Truppen zur Friedenssicherung an der Grenze, Demokratievermittlung sowie Außen- und Sicherheitspolitik. Die thematische und inhaltliche Betreuung des Akademieprogramms erfolgt durch den Wissenschaftlichen Beirat der Point-Alpha-Stiftung mit Prof. Dr. Leonhard an der Spitze.
Point-Alpha als Ort, an dem die Teilung Deutschlands, Europas und der Welt in einer hautnahen Konfrontation der Machtblöcke kumulierte, steht heute symbolhaft für die Bedeutung von Freiheit in Frieden und für die Chancen von Demokratie und Sozialer Marktwirtschaft!
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